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23. Mai 2011  
Landschaftsarchitekt auf der BUGA 2011

Hellgrüner Daumen genügt

Sie baut keine Häuser, sondern Parkanlagen, Spielplätze und Gärten: Wir haben einer Landschaftsarchitektin bei den Vorbereitungen für die Bundesgartenschau über die Schulter geguckt. Daniel Schwitzer

Franziska arbeitet als Landschaftsarchitektin auf der BUGA 2011 © EINSTIEG: Schwitzer

Das Telefon auf ihrem Schreibtisch in der Zentrale klingelt schon wieder, doch Franziska Holmer hat jetzt keine Zeit. „An der Rüstfläche wird gleich ein Container geliefert. Da muss ich schnell hin“, ruft sie noch der Kollegin zu, schlüpft in ihre knallrote Softshell-Jacke und eilt zur Tür hinaus. Die 25-Jährige arbeitet im Organisations-Team der Bundesgartenschau (BUGA) in Koblenz. Als Diplom-Ingenieurin für Landschaftsbau trägt sie dafür Sorge, dass auf der Baustelle alles nach Plan läuft und ein Rädchen ins andere greift. 

 

Nur noch vier Wochen – dann wird die BUGA offiziell eröffnet. Für Franziska Holmer bedeutet das Stress pur. Jeder will in dieser heißen Phase etwas von ihr, um jede Kleinigkeit muss sie sich kümmern. Bis ins letzte Detail steuern kann man eine Veranstaltung dieser Größe trotzdem nicht. „Es passiert immer wieder Unvorhergesehenes. Aber das macht den Job auch so spannend“, sagt Franziska. „Man weiß vorher nie genau, was der Tag bringt.“ 

 

Der Freiraumplaner ist kreativ, der Landschaftsbauer packt an

Landschaftsarchitekt ist ein Ingenieurberuf, der viel Abwechslung bietet. Im Gegensatz zum „normalen“ Architekten entwirft er keine Gebäude, sondern plant und gestaltet die freien Flächen dazwischen, zum Beispiel Parks, Spielplätze, Fußgängerzonen, Friedhöfe, Golfplätze, Freibäder, Schulhöfe und private Gärten. Im Studium müssen sich die angehenden grünen Baumeister zuvor für eine von drei Fachrichtungen entscheiden. 

  

Der Freiraumplaner ist der künstlerische und gestalterische Kopf eines Bauvorhabens. Er entwickelt eine Idee, wie das Projekt aussehen soll, und zeichnet am Computer die entsprechenden Pläne. Ihm gegenüber steht der Landschaftsbauer, der auf der Baustelle die korrekte Umsetzung der Pläne überwacht. 

Während viele Freiraumplaner selbstständig arbeiten, sind Landschaftsbauer häufig als Führungskräfte in Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen angestellt. Die dritte Spezialisierung ist der Landschaftsplaner. Er entwickelt Konzepte für die Landschaften außerhalb unserer Städte, achtet zum Beispiel auf die umweltverträgliche Einbindung neuer Straßen oder Windkraftanlagen. Dabei beschäftigt er sich intensiv mit ökologischen Fragen. Landschaftsplaner arbeiten meist in der öffentlichen Verwaltung oder in privaten Planungsbüros.´

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