Mit Computern Seuchen bekämpfen
Ebola, SARS, Schweinegrippe. Trotz Fortschritts der Medizin treten immer wieder ansteckende Krankheiten auf, die Menschenleben über Grenzen hinweg bedrohen. Bei der Eindämmung solcher Pandemien spielen Epidemiologen eine wichtige Rolle.Robert Piterek
Als eine junge Hamburgerin mit dem Verdacht einer Schweinegrippe-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert und isoliert wird, setzt für den Infektionsepidemiologen Dr. Gerhard Fell der Ernstfall ein. Die Schweinegrippe hat sich von Mexiko nach Deutschland ausgebreitet und die Pandemiepläne für Deutschland und Hamburg treten in Kraft. Für Fell und seine Mitarbeiter vom Hygiene-Institut Hamburg bedeutet das: viel Arbeit. Sie befragen die Erkrankte und erfassen systematisch alle Erkenntnisse über den Hamburger Fall.
Die gesammelten Informationen geben sie an das Robert Koch-Institut in Berlin weiter, das die Ergebnisse für Deutschland veröffentlicht und gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und den Bundesländern Maßnahmen abspricht und koordiniert. Außerdem stehen viele Lagebesprechungen mit Fachärzten für Hygiene und Mikrobiologie und anderen Epidemiologen auf dem Programm. Dabei tauschen die Experten Informationen aus und versuchen einzuschätzen, wie gefährlich die Krankheit ist und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Gemeinsam spielen sie verschiedene Szenarien durch, um sich auf jede denkbare Entwicklung vorzubereiten.
Computer statt Schutzanzug
Neben der Schweinegrippe beobachtet das Hygiene-Institut Hamburg auch andere ansteckende Krankheiten und erfasst die auftretenden Fälle statistisch – von der Masern-Epidemie bis zur Typhus- und Hantavirusinfektion. Das Arbeitsgerät der Epidemiologen ist daher weder Schutzanzug noch Stethoskop – sondern der Computer. Mit Hilfe spezieller Programme ermitteln sie die Verbreitung von Krankheitsfällen und vergleichen die Angaben mit Datensätzen ähnlicher Krankheitsbilder. Daraus können sich wichtige Erkenntnisse über die Ursachen der Krankheit, die Verbreitung in bestimmten Bevölkerungsgruppen und die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Epidemien ergeben.
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