Mehr als erste Hilfe
Du willst im medizinischen Bereich arbeiten, hast aber keine Lust auf ein langes Studium? Oder du willst studieren, hast aber noch Wartesemester vor dir? Wie wäre es mit einer Ausbildung zum Rettungsassistenten? Die Notfall-Spezialisten leisten erste Hilfe und führen lebensrettende Maßnahmen am Unfallort durch.
Die Berufsausbildung zum staatlich geprüften Rettungsassistenten ist die höchste nichtärztliche Qualifikationsstufe im Rettungsdienst. Viele angehende Medizinstudenten nutzen ihre Wartesemester zu dieser Ausbildung. Sie lernen in der Schule wichtige theoretische und praktische Kenntnisse, die sie für ihr späteres Studium gebrauchen können.
In der Rettungsleitstelle nehmen Rettungsassistenten Notrufe entgegen und koordinieren die Einsätze. Zu ihren Aufgaben gehört außerdem, die Betriebsbereitschaft der Einsatzfahrzeuge sicherzustellen und medizinische Geräte sowie Medikamentenbestände zu kontrollieren.
Leben retten
Sobald ein Notruf eingegangen ist, fahren die Rettungsassistenten zum Unfallort und führen medizinische Notfallmaßnahmen durch, bis der Arzt eintrifft: Sie beatmen Patienten, stillen Blutungen oder ergreifen Wiederbelebungsmaßnahmen. Darüber hinaus assistieren sie bei ärztlichen Behandlungen, weswegen sie mit allen entsprechenden medizinischen Geräten vertraut sein müssen. Außerdem sind sie dafür zuständig, die Verletzten abzuschirmen, um deren notwendige Versorgung zu sichern.
Sobald die Transportfähigkeit hergestellt ist, fahren die Rettungsassistenten den Patienten so schnell wie möglich ins Krankenhaus. Während der Fahrt überwachen sie seinen Zustand und führen die erforderlichen medizinischen und pflegerischen Maßnahmen durch. Sie leisten dabei auch psychologische Betreuung.
Voraussetzungen
Als Rettungsassistent ist man ständig mit schweren Verletzungen, Blut oder Körperausscheidungen konfrontiert, viele Unfälle enden sogar tödlich. Der Kontakt mit Patienten und Angehörigen in Notfallsituationen erfordert außer den fachlichen Qualifikationen auch viel psychologisches Geschick und Einfühlungsvermögen. Die Arbeit ist körperlich wie psychisch häufig belastend und die Arbeitszeiten sind unregelmäßig: Rettungsassistenten werden im Schicht-und Nachtdienst und auch an Wochenenden eingesetzt. Sie haben oft nur unregelmäßige Pausen oder lange Bereitschaftszeiten. Die Ausbildung dauert zwei Jahre, Bewerber müssen mindestens einen Hauptschulabschluss haben.
Und nach der Ausbildung?
Nach abgeschlossener Berufsausbildung kann man bei Rettungsdienst- und Krankentransportunternehmen arbeiten, bei der Berufsfeuerwehr, in betrieblichen Rettungs- und Sanitätsdiensten oder bei Flughäfen und Hilfsorganisationen. Zudem ist eine Weiterqualifikation beispielsweise zum Ausbildungsleiter, Lehrrettungsassistenten oder zum Technischen Leiter eines Rettungsdienstes möglich.
Wer noch einen weiteren Schritt auf der Karriereleiter machen will, kann Medizin studieren. Die Grundlagen dazu hat er bereits gelernt: Welcher Medizinstudent hat sonst schon vor dem Studium eine Menge über Anatomie und Physiologie, Krankheiten und Verletzungen, Medikamente etc. mitbekommen? Und wer vor dem Klinischen Teil seines Studiums den Umgang mit dem Patienten, das Legen von Infusionen, das Intubieren, das Deuten von EKG-Bildern und die Versorgung von Schwerverletzten gelernt?
Links
- www.bvrd.org - Berufsverband für den Rettungsdienst e.V. (BVRD)
- www.asb-online.de - Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. (ASB)
- www.drk.de - Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK)
- www.mebino.de - mebino - Medizinisches Bildungszentrum Nord
- Gesundheitswirtschaft / Gesundheitsmanagement: Gesunde Prozesse schaffen
- Pflegeberufe: Einsatzort Krankenbett
- Branchen-Check Pharmaindustrie: Markt der Möglichkeiten
- Seuchenkundler: Mit Computern Seuchen bekämpfen
- Zahntechniker: Mit Fingerspitzengefühl im Einsatz

