Gesunde Prozesse schaffen
Gesundheit kostet Geld. Das wissen am besten die Gesundheitsökonomen. Mit ihrem Managementwissen versuchen sie, die Arbeitsabläufe in Kliniken und Arztpraxen effizienter und kostengünstiger zu gestalten.Wolfgang Michel

Wie man Arbeitsabläufe in Kliniken produktiver gestalten kann, damit beschäftigen sich Gesundheitswirtschafter. ©Draeger medical
Betritt ein Gesundheitswirtschafter ein Krankenhaus, eine Arztpraxis oder eine Krankenkasse, so schaut er sich zuerst den täglichen Ablauf ganz genau an. Dann überlegt er, wie man die sich immer wiederholenden Arbeitsabläufe produktiver gestalten könnte. Dabei besteht häufig das größte Einsparpotenzial, denn hier haben sich über Jahrzehnte überkommene Strukturen gebildet, die die Profis vom modernen Management-Standpunkt aus überprüfen und neu ausrichten müssen.
Viel Arbeit also für Gesundheitswirtschafter auf dem großen Markt der medizinischen Dienstleistungen. Während andere Branchen vor Stellenabbau zittern, verzeichnet das Gesundheitswesen seit Jahren starkes Wachstum. Hier erwirtschaften mittlerweile rund zehn Prozent der Beschäftigten beinahe zehn Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes. Ein Grund mehr also, auch in der Gesundheitsbranche endlich moderne Managementmethoden einzuführen und die knappen Finanzen zielgerichtet einzusetzen.
Die Absolventen des praxisorientierten Fachhochschul-Studiengangs "Gesundheitswirtschaft" arbeiten später bei Krankenkassen, in Krankenhäusern und Arztpraxen und sind für ein professionelles Marketing und Management zuständig.
Ethik im Lehrplan
Doch bei aller Professionalisierung und Sorge um die Wirtschaftlichkeit darf die gerechte Verteilung von Leistungen nicht zu kurz kommen, findet Professor Dr. Uwe Sander, wissenschaftlicher Leiter des Bachelor-Studiengangs "Gesundheitswirtschaft" an der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) in Bielefeld. "Wir beziehen Fragen der Medizin-Ethik als festen Bestandteil unseres Lehrplans in unseren Studiengang mit ein. Natürlich müssen die Fragen der Ethik im Vordergrund stehen, wenn Ärzte über Patienten entscheiden", fährt er fort. "Doch steht die Gesundheitsökonomie oder die Gesundheitswirtschaft absolut nicht im Widerspruch zu den ethischen Anforderungen der Heilberufe oder dem hippokratischen Eid der Ärzte selbst. Denn wenn unsere Absolventen später im Job von dem vorhandenen Geld durch vernünftiges Management beispielsweise 30 Prozent einsparen, können sie dieses Geld wiederum einsetzen, um mehr Menschen zu heilen."
- Pflegeberufe: Einsatzort Krankenbett
- Branchen-Check Pharmaindustrie: Markt der Möglichkeiten
- Seuchenkundler: Mit Computern Seuchen bekämpfen
- Zahntechniker: Mit Fingerspitzengefühl im Einsatz
- Rettungsassistent: Mehr als erste Hilfe

