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08. August 2010  
Pflegeberufe

Einsatzort Krankenbett

"Pflegen" – das klingt nach Patienten waschen und Spritzen geben. Aber das ist zu kurz gedacht: Pflegeberufe bieten dank neuer Studiengänge und wachsender Weiterbildungsmöglichkeiten vielfältige Perspektiven. Jens Tönnesmann
Pflegeberufe

Pflegeberufe bieten heute vielfältige Perspektiven. © antares / aboutpixel

Wer den Unterricht an der Karl-Borromäus-Schule für Gesundheitsberufe in Bonn besucht, kann erstmal seine Vorurteile über Pflegeberufe über den Haufen werfen. Nadine Keiffenheim und Simone van Dorp sitzen im Seminarraum, an der Wand flimmert eine Power-Point-Präsentation. Thema: Das Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun und die Frage, wie eine Botschaft vom Empfänger verstanden oder missverstanden werden kann. Das Seminar könnte auch an der Uni im Studiengang Kommunikationswissenschaften stattfinden. Tatsächlich soll das Fach mit dem Namen "Beraten und Anleiten" Nadine und Simone aber nicht auf eine akademische Karriere vorbereiten, sondern auf Berufe, in denen Kommunikation und soziale Kompetenz in den vergangenen Jahren deutlich wichtiger geworden sind und ernster genommen werden: Nadine wird Gesundheits- und Krankenpflegerin, Simone Kinderkrankenpflegerin.

 

Viele Auszubildende mit Abitur

Noch etwas ist auf den ersten Blick überraschend: Obwohl ein Realschulabschluss für die Ausbildung ausreicht, haben die beiden 20-Jährigen das Abitur gemacht, bevor sie im Herbst die dreijährige Ausbildung im Bonner St.-Marien-Hospital und an der Karl-Borromäus-Schule begonnen haben. Nach einem Stationspraktikum waren beide überzeugt: "Für mich ist das ein Traumberuf, ich will mit Menschen arbeiten", sagt Simone. Und Nadine sagt: "Ich will Praxiserfahrung sammeln und danach studieren oder eine Weiterbildung machen."

Der Beruf des Krankenpflegers hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Seit 2004 ein neues Krankenpflegegesetz und eine neue Ausbildungsverordnung in Kraft getreten sind, ist nicht nur die Berufsbezeichnung "Schwester" Geschichte. Auch die Aufgaben von Pflegern im Krankenhaus sind interessanter und die Verantwortung größer geworden. So gehören etwa Beratungs-Gespräche mit Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen jetzt auch offiziell zu den Aufgaben der Pfleger. Und nach der Ausbildung können sie sich deutlich besser spezialisieren, etwa als Wundmananger oder Intensivpfleger. Außerdem können sie aus einem umfangreichen Studienangebot wählen – mehr als 50 Hochschulen in Deutschland bieten inzwischen pflegewissenschaftliche Studiengänge an.

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