feedback
Home
21. Juli 2010  
Jobs beim Radio

Wissen gehört zum guten Ton

Eine gute Stimme macht noch keinen Moderator, eine flotte Schreibe allein keinen Journalisten. Um beim Radio erfolgreich zu sein, muss man Allgemeinbildung mitbringen und vor allem offen sein für Technik - denn daran kommt (fast) keiner vorbei. Anke Tillmann
Radio

Wer beim Radio arbeiten will braucht mehr als nur eine gute Stimme. © aboutpixel: Flügelwesen

Es ist kurz vor zwölf Uhr mittags. Eva Bahner, Umwelt-Redakteurin beim Deutschlandfunk, kann aufatmen. Die heutige Sendung ist geschafft. Jetzt hat sie Zeit, das kommende Programm zu planen, Beiträge einzukaufen und Reporter zu engagieren. "Das Schöne an meinem Job ist die Vielseitigkeit. Von der Recherche bis zur Live-Moderation macht man hier einfach alles", erzählt die gelernte Wirtschaftsjournalistin begeistert. 

Ihr Volontariat absolvierte sie bei n-tv - beim Fernsehen, wo Recherche, Schreiben und Moderieren meist strikt getrennte Tätigkeiten sind. 

 

Trimediale Ausbildung bei den Öffentlich-Rechtlichen 

Glück hat, wer das harte Auswahlverfahren besteht, für einen der begehrten Volontariatsplätze bei einem öffentlich-rechtlichen Sender. Dort werden Nachwuchsjournalisten in 18 Monaten trimedial ausgebildet. Am Ende gilt man als "eierlegende Wollmilchsau: in Hörfunk, Fernsehen und Online-Redaktion universal einsetzbar", so Evelyn Lattewitz, Leiterin der journalistischen Ausbildung beim SWR. Gerade mal 8 Bewerber von 250 schaffen es, im Wissenstest, in der Hörfunk- und Fernseh-Übung, der Teamaufgabe und dem Vorstellungsgespräch zu überzeugen. "Wir begegnen im Vorfeld oft dem Irrtum, durch den Abschluss eines journalistischen oder kommunikationswissenschaftlichen Studiums die Nase bei der Bewerbung ein bisschen weiter vorne zu haben", warnt Lattewitz. Beim SWR werde solides Fachwissen bevorzugt. Lieber stelle man zum Beispiel einen Biologen oder Wirtschaftswissenschaftler ein, der die Redaktion mit seiner fachlichen Kompetenz unterstützen kann. Das journalistische Handwerkszeug bringt der SWR dem Absolventen bei.

 

Gesucht: "Eierlegende Wollmilchsau" 

Allerdings sollte man im Studium bereits mehrere Praktika bei einem Sender oder Verlag absolviert und elektronische Medien kennen gelernt haben. In dieser Zeit sammelt man auch die Arbeitsproben, die für eine spätere Bewerbung zwingend erforderlich sind. Fest steht: Man muss studiert haben, um einen Volontariatsplatz zu ergattern. Nur ganz selten werden Studienabbrecher zum Auswahlverfahren eingeladen. Der Besuch einer Journalistenschule kann eine Alternative zum Volontariat sein. Das ist jedoch von der jeweiligen Ausrichtung der Schule abhängig. Wer in den Hörfunk gehen möchte, sollte die dazugehörigen Technik-Grundlagen vorher gelernt haben. Bei der Wahl der Schule ist also auf ein entsprechendes Kursangebot zu achten. Im Anschluss wird man in der Regel als freier Mitarbeiter bei einem Sender anfangen. Auch beim SWR starten die meisten fertigen Volontäre erst mal als freie Redakteure oder Autoren.

Schlagworte:
 
RadioModeratorMediengestalterToningenieur

Mehr zum Thema