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17. September 2009  
Technikjournalismus

Technik in Worten

Schreiben können müssen beide, und etwas von Technik verstehen. Was Technische Redakteure und Technikjournalisten von einander unterscheidet, ist ihre Zielgruppe – und ihre Ausbildung. Judith Schulte
Technikjournalismus

Wer Technikjournalismus studiert, der sollte auch über das System hinter einem Lichtschalter fundiert schreiben können. © ca. / photocase.com

"Mal eben schnell den neuen DVD-Recorder programmieren". Das sind Manfred Bodes Worte, als er sich mit dem neuen Gerät, der zugehörigen Bedienungsanleitung und einer Fernbedienung auf den Hosenboden setzt. Zu früh gefreut. Drei Stunden später hat er den Sendersuchlauf noch immer nicht in Gang gebracht. Aber woran liegt es? Er hat doch die Bedienungsanleitung zum Gerät. Eben an dieser könnte es liegen…

 

Gebrauchsanweisungen sollen auf einfache Weise erklären, wie ein technisches Gerät funktioniert. Das heißt, der Leser sollte auch ohne Ingenieurstudium in den Genuss der grundlegenden Funktionen des Gerätes kommen. Doch die Realität sieht oft anders aus. In der Vergangenheit wurden Bedienungsanleitungen häufig von den Ingenieuren  geschrieben, die das Gerät entwickelt haben. Die Folge: Sie enthielten Detailfehler, waren schlecht formuliert und  für den Otto Normalverbraucher unverständlich. Aus diesem Missstand erwuchs der Beruf des Technischen Redakteurs.

 

Gebrauchsanweisungen und technische Kritiken

Der Arbeitsbereich des Technischen Redakteurs beginnt bereits bei ganz alltäglichen Dingen: Er erstellt eine Beschreibung für einen Wasserkocher, erklärt die Funktionen eines Handys oder macht die Installation einer Software verständlich. Aber auch industrielle Anwendungen aus der Maschinenbaubranche oder der Elektronik werden von ihm beschrieben. So erhalten beispielsweise die Mitarbeiter eines Industrieunternehmens ein Infoblatt über die  Schutzmaßnahmen im Umgang mit einer gefährlichen Maschine. Um die Anwendungen verständlich zu machen, muss dem Redakteur klar sein, welche unterschiedlichen Voraussetzungen die Nutzer mitbringen. "Er schreibt für  hochqualifizierte Anwender wie auch für technische Laien", weiß Stefan Hulitschke, der für die tecteam GmbH als Technischer Redakteur in Dortmund arbeitet. "Bevor sich der Redakteur ans fleißige Formulieren macht, erfragt er beim Auftraggeber, wer alles mit dem Gerät in Berührung kommt. Das können der Händler, der Wartungstechniker, der Servicetechniker und der Endverbraucher sein."

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