Mit langem Atem zum Erfolg
Kunst studieren - lohnt sich das? Nur wenige Jobs bieten später eine Festanstellung. Die gute Nachricht: Die Arbeitslosenzahlen in der Künstlerbranche sanken in den vergangenen Jahren stetig.von Lara Sogorski
Eins kommt vielen automatisch in den Kopf, wenn sie das Wort Kunst hören: brotlos! In der Tat müssen sich Künstler meist mit einem geringen Einkommen begnügen und der Großteil von ihnen jobbt nebenbei, um über die Runden zu kommen. Allerdings steht für die meisten, die Kunst studieren, Geld nicht an erster Stelle. Sie wollen sich kreativ ausdrücken und so Neues erschaffen. Diesen Wunsch haben auch viele junge Leute, wenn sie die Schule verlassen und sich nach einem geeigneten Studiengang umsehen. Klar ist: Es soll etwas mit Kunst sein. Nur was?
Kunst-Studiengänge lassen sich grundsätzlich in zwei Gruppen unterteilen: die Bildende beziehungsweise Freie Kunst und die Angewandte Kunst. Zur Freien Kunst gehören Malerei, Bildhauerei, Grafik oder auch Zeichnung. Dagegen ist unter der Angewandten Kunst etwa Bühnenbild, Keramik, Tanz oder auch Design zu verstehen. Um sich besser für eine Richtung entscheiden zu können, gibt Harald Janze, Berufsberater bei der Arbeitsagentur Köln, einen Tipp: "Wer von sich selbst sagt, er möchte sein Leben ganz der Kunst widmen, ist eher bei den freien Künsten richtig. Wer dagegen lieber im Auftrag eines Kunden arbeitet, oder auch gerne mit dem Computer umgeht, sollte sich bei Design oder den angewandten Künsten umschauen." Auf ein bestimmtes Fach müssen sich Kunststudenten meist erst während des Studiums festlegen. In der Regel absolvieren sie zunächst ein Grundlagenjahr, bevor sie anschließend in eine Fachklasse wechseln.
Wer Kunst studieren will, muss die Bewerbungshürde packen
Studiengänge für Bildende und Angewandte Kunst werden vor allem an speziellen Kunsthochschulen angeboten. Die größte Kunsthochschule hierzulande und zugleich Europas ist die Universität der Künste Berlin (UdK Berlin). Als besonders renommiert gelten außerdem die Standorte Düsseldorf, München und Leipzig. Allerdings bietet nicht jede Schule die gleichen Studiengänge an. Wer sich beispielsweise besonders für Goldschmiedekunst interessiert, hat mit München die richtige Adresse. Design-Interessierte finden dagegen etwa in Kassel oder auch Karlsruhe entsprechende Angebote.
Um sich einen besseren Eindruck verschaffen zu können, finden auch regelmäßig Schnuppertage an den Schulen statt.
Ist die Wahl für eine bestimmte Hochschule gefallen, wartet die erste große Hürde: die Bewerbung. Die Studienplätze an den Kunsthochschulen sind begrenzt, die Zahlen der Bewerber bis zu zehnmal so hoch. Die UdK Berlin nimmt jedes Jahr rund 110 neue Studenten auf – bei etwa 1000 Bewerbungen. Wichtigstes Kriterium für die Professoren in der Zulassungskommission ist, ob der Bewerber eine besondere künstlerische Begabung mitbringt.
- Teil: Bildende Kunst und angewandte Kunst studieren
- Teil: Die erste Bewerbung scheitert fast immer
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