Kleider machen Leute
Die Bekleidungsbranche braucht nicht nur Modedesigner: Vor allem technische Berufe werden angesichts der industriellen, im globalen Wettbewerb stehenden Produktion immer wichtiger. Welche Chancen es in der Textilwirtschaft gibt, zeigt unser Branchen-Check.
Branchenporträt
Die Textil- und Bekleidungsindustrie zählt – gemessen am Umsatz und an der Zahl ihrer Beschäftigten – zu den größten Industriegruppen in Deutschland. Sie ist eine der wichtigsten Konsumgüterbranchen des Landes, auch wenn ein Großteil der Textilien aus dem Ausland kommt. Trotz des scharfen internationalen Wettbewerbs ist die deutsche Textil- und Modeindustrie auf den Weltmärkten erfolgreich: Beim Export rangiert sie auf den ersten Plätzen. Die Wachstumsmärkte der Zukunft liegen aber nicht in Westeuropa, sondern in anderen Kontinenten. Aus diesem Grund verlagert auch die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie einen Teil ihrer Produktion in andere Länder. Sie kann damit nicht nur ihre Position auf anderen Märkten stärken, sondern profitiert vor allem von niedrigeren (Personal-)Kosten.
Die Auslagerung von Produktionen trägt zur Sicherung von Arbeitsplätzen im Inland bei, deren Zahl allerdings trotzdem seit Jahren sinkt und auch weiterhin abnehmen wird.
Perspektiven und Prognosen
Ein Beruf in der Textilwirtschaft bietet zahlreiche Tätigkeitsfelder in der Produktionstechnik, im Labor oder in der Gestaltung. Die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland nimmt jedoch durch die Abwanderung vieler Produktionen in Billiglohnländer immer weiter ab.
Ausbildung: Technik und Labor bieten viele Chancen
Technisches und mechanisches Verständnis, motorische Geschicklichkeit und ein solider Schulabschluss sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung in den Ausbildungsberufen Maschinen- und Anlagenführer, Modenäher und Modeschneider, Produktionsmechaniker Textil, Produktprüfer Textil, Produktveredler Textil, Servicefahrer, Technischer Konfektionär und Textilreiniger. Textillaboranten dagegen analysieren die chemischen und physikalischen Eigenschaften von textilen Rohstoffen, Halb- bzw. Fertigerzeugnissen und Textilhilfsmitteln. Daneben wirken sie in der Produktentwicklung mit. Die meisten Azubis arbeiten in Laboratorien der Textil- und Bekleidungsindustrie oder sind in Forschungsinstituten angestellt.
Ausbildung: Gestalterische Berufe
Schöpferische Veranlagung, gute Konzentrationsfähigkeit, Interesse für den Umgang mit Computern und ein guter Schulabschluss sind beste Voraussetzungen für die Berufe Modist und Produktgestalter Textil. Während die Ausbildung zum Modisten hauptsächlich im Bereich der Hutmacherei stattfindet, ist dasTätigkeitsfeld des Produktgestalters breiter gefächert: Er arbeitet in der Textilindustrie und erstellt Mustervorlagen für Web- und Maschenwaren, Bodenbeläge, bestickte und bedruckte Stoffe oder technische Textilien.
Beispiel Studium: Bekleidungstechnik
Dieses ingenieurwissenschaftliche Studium vermittelt Kenntnisse in Entwurf, Schnittkonstruktion und Fertigung in der Kleidungsproduktion. Zu den Studieninhalten gehören unter anderem technisches Zeichnen, Chemie, Mechanik und Textiltechnologie.
Beispiel Studium: Textil-/ Modedesign
Voraussetzung für ein Design-Studium ist meist ein gestalterisches Talent, das vor Studienbeginn in einer Eignungsprüfung nachgewiesen werden muss. Im Studium planen, gestalten, entwerfen und entwickeln die Studenten Bekleidung.
Links
- Branchen-Check Recht: Im Namen des Gesetzes
- Branchen-Check Erneuerbare Energien: Wind, Wasser und Sonne
- Branchen-Check Baugewerbe: Entwerfen & konstruieren
- Branchen-Check Metall- und Elektroindustrie: Deutschlands größte Lehrwerkstatt
- Branchen-Check Glas: Glasklare Zukunft


