Klamotten shoppen ist ihr Job
Durch Trendboutiquen und Designergeschäfte bummeln, mit spannenden Persönlichkeiten der Modewelt per Du sein – der Arbeitsalltag eines Personal Shoppers klingt glamourös. Doch der lange Weg zum Erfolg beginnt in Schneiderei und Stofflager.Maja Roedenbeck
Wenn Anna Krukover ihren Sohn morgens in den Kindergarten bringt, trägt sie Jeans und TShirt wie alle Mütter. Doch wenn sie Leon abholt, fragen die Erzieherinnen: "Was haben Sie denn heute noch Schönes vor?" Denn inzwischen hat die 30-Jährige ein professionelles Make-up aufgelegt und sich elegant mit einem Hauch Extravaganz gestylt: "Ich kombiniere genau drei Farben für jedes Outfit und wähle auffällige Accessoires wie Gürtel, Kette oder Brosche." Aber nicht, um schick auszugehen, sondern weil sie als Personal Shopper arbeitet, als Einkaufsberaterin. Und wer seine Kunden in Stilfragen berät, sollte selbst Stil haben.
Beim Designer lernen
Doch bis dahin war es ein langer Weg: Der Begriff Personal Shopper ist nicht geschützt, und es gibt keinen klassischen Ausbildungsweg. Um Reiche und Prominente als Stammkunden zu gewinnen und Stundenhonorare von 80 Euro zu erzielen, braucht es im Idealfall ein Modedesignstudium, einschlägige praktische Erfahrungen, Extraqualifikationen wie Fremdsprachen und gute Kontakte in der Modewelt.
Anna Krukover, eine gebürtige Ukrainerin, besuchte in der Heimat zunächst eine private Modeschule und jobbte als Model. Mit achtzehn kam sie nach Deutschland und fing als Assistentin bei Paltó Berlin an: "Ich kann den Berufseinstieg bei einem Designer nur empfehlen. Bei Paltó habe ich einfach alles über Mode gelernt: über die Stoffe, die Schnitte, die Anprobe, die Entwicklung einer ganzen Kollektion." Nach zwölf Jahren Berufserfahrung im Modegeschäft hatte Anna genug Selbstbewusstsein und Know-how gesammelt, um sich als Personal Shopper selbstständig zu machen. Andere Einkaufsberater arbeiten fest angestellt in Luxuskaufhäusern oder als Stylisten für Fotografen und Theaterproduktionen.
- Interview mit dem EINSTIEG Abi-Gesicht 2008: "52 Kilo bei 1,80 Meter – ohne mich!"
- Jobs beim Radio: Wissen gehört zum guten Ton
- 17-jähriger Schüler landet Marketing-Coup in der Modebranche: Geschenk für Madonna
- Branchen-Check Mode- und Textilwirtschaft: Kleider machen Leute
- Interview mit VIVA-Moderatorin Nadine Vasta: "Ich hab' mich ganz normal beworben"

