feedback
Home
12. April 2011  
Ausbildung in der Clownschule

In jedem steckt ein Dorfdepp

Von wegen Spaßmacher: Der Alltag eines Clown-Schülers ist nicht immer nur lustig und besteht aus Seelen-Striptease, Lampenfieber und der Suche nach dem inneren Kind. Maurice Wojach

Zur Vorbereitung auf den Unterricht zappeln die Clown-Schüler um die Wette. Eine junge Frau mit knallroten Locken springt lachend durch den Raum. Andere schreien so laut sie können, einfach so. franz hingegen schaut fast schüchtern. Sie ist 19, die Jüngste. Doch wie alle hier, kann auch sie sehr offen sein: "Nenn mich franz, also nicht Franzi und mit kleinem f."

 

Die Suche nach dem inneren Tier

 

Die Entwicklung einer Clown-Figur, die zum eigenen Charakter passt – das ist das Ziel der zweijährigen Ausbildung an der staatlich anerkannten Schule für Clowns in Mainz. Neben artistischen Übungen leisten die Dozenten "Wesensarbeit", wie es die Clown-Lehrerin Elke Drews beschreibt. Sie begleitet franz und die anderen auf Entdeckungsreise durch die eigene Persönlichkeit.

 

"Wir suchen nach dem inneren Tier, dem inneren Dorfdepp und dem Kind in uns", sagt Drews. Das klingt, wie es sich für Komiker gehört, nämlich albern. Aber es ergibt Sinn. Gerade die "positive Naivität eines Kindes" zeichnet einen Clown aus und bringt junge und alte Zuschauer zum Lachen. "Wir erinnern uns, wie es war, das erste Mal ohne fremde Hilfe die Arme ins Jäckchen zu bugsieren." Elke Drews macht aus ehemaligen Klassenclowns professionelle Tollpatsche. Als "staatlich anerkannte Clown-Schauspieler" haben es manche Absolventen schon zum Circus Roncalli und zur Blue Man Group geschafft. Andere bringen als Klinik-Clowns etwas Farbe in den Alltag von Patienten. Die Tamala Clownschule in Konstanz bietet dazu sogar eine Spezialausbildung an.

Schlagworte:
 
ClownSchauspielerKomikerClownschule

Mehr zum Thema