Geschenk für Madonna
Wie bringt man einen Promi dazu, die von einem selbst entworfenen Klamotten zu tragen? Ganz einfach, man legt sie ihm vor die Tür. So jedenfalls hat es Michael Pixis, ein 17-jähriger Schüler aus Würzburg, gemacht.Stefan Moskopp
EINSTIEG: Michael, wie kamst du auf die Idee, deine eigenen T-Shirts zu entwerfen?
Michael: Ich habe eine Reportage über einen Künstler gesehen, der einen Eimer Farbe vor die laufende Turbine eine Flugzeugs schleuderte. Die Farbe landete in Gestalt von vielen Klecksen auf einer zu diesem Zweck aufgestellten Leinwand. Anschließend hat der Künstler das Bild verkauft – für 60.000 Dollar.
EINSTIEG: Was haben deine Eltern gesagt, als du mit einem Flugzeug vor der Tür standest?
Michael: Aufs Flugzeug musste ich leider verzichten, ich habe die Farbe einfach mit einem Pinsel auf die Leinwand geschleudert. Das Bild ist trotzdem gut geworden und hängt jetzt im Wohnzimmer. Ich fand das Motiv so klasse, dass ich es in der Badewanne auf ein T-Shirt gebracht habe.
Inspiriert durch Ed Hardy
In Michaels Freundeskreis kommt das T-Shirt so gut an, dass er mehr davon herstellen muss. Eine Freundin von Michael hat schließlich die Idee, eins der Shirts Maria Beckmann, Finalistin der letztjährigen Staffel von "Germany's Next Topmodel" und ebenfalls aus Würzburg, zu schenken. Also schickt er ihr ein Shirt, ohne vorher jemals Kontakt zu ihr gehabt zu haben. Und wenige Tage später stößt Michael in der Lokalzeitung "Main Post" auf ein Bild von Maria Beckmann, auf dem sie sein T-Shirt trägt, mit den Farbklecksen und dem Schriftzug "PIXIS".
EINSTIEG: Und da dachtest du, was bei Maria Beckmann klappt, müsste eigentlich auch bei Madonna hinhauen?
Michael: Nicht ganz, ich musste an das Mode- Label Ed Hardy denken. Dessen Erfolg beruht ja letztlich darauf, dass Madonna irgendwann in einem dieser bunten T-Shirts auf der Titelseite einer großen US-Zeitung zu sehen war.
Made in Würzburg
Also macht Michael zwei T-Shirts, eins für Madonna, eins für ihre Tochter Lourdes. Im Internet erfährt er, wo die Pop-Ikone wohnt, wenn sie gerade in London ist. Gemeinsam mit seiner Schwester fliegt Michael nach London. Noch am Tag ihrer Ankunft macht er sich abends mit seinem T-Shirt-Paket auf zu der Adresse. Dort geht er zum Hintereingang, sieht Licht im Wohnzimmer und hört Stimmen.
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