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25. August 2011  
Spielzeug und Lernhilfen designen

Die Spielzeug-Tüftler

Im Studiengang Spiel- und Lerndesign an der Kunsthochschule Halle bauen die Studenten Schaukelpferde und Roboter oder eifern Pippi Langstrumpf nach. Sie sind die Spielzeug-Designer von morgen. Steffen D. Meyer
Spiel- und Lerndesign: Designerin Ivonne mit einer ihrer Erfindungen © Kunsthochschule Halle

Spiel- und Lerndesign: Designerin Ivonne mit einer ihrer Erfindungen © Kunsthochschule Halle

Ein paar Metallstangen als Unterbau und ein Stück Stoff als Sitzfläche: Einen ganz normalen Camping-Hocker hat Ivonne Schäfer da gebaut – auf den ersten Blick. Doch kaum setzt man sich, beginnt der Stuhl zu wippen wie ein Schaukelpferd. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern Absicht: Ivonne hat den "Fälla Ihop" im Rahmen eines Studienprojekts entworfen. Die Studenten sollten, möglichst kreativ, neue Formen des altbekannten Spielgeräts konzipieren. Heraus kamen Konstruktionen, die man zum Beispiel zusammenfalten oder aufpusten kann.

Das Projekt ist typisch für den Bachelor-Studiengang Spiel- und Lerndesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Hier lernen die Studenten unter anderem, Spiele und Spielzeug zu entwickeln oder Räume spannend zu gestalten. In vier Modellbauwerkstätten tüfteln sie an ihren Projekten. Sie nähen, sägen, kleben und lernen so den Umgang mit verschiedenen Materialien. Nebenbei belegen sie Kurse, etwa zu Pädagogik oder Didaktik.

Die 25-jährige Campingstuhl-Designerin Ivonne studiert im achten Semester und hat während ihres Studiums schon viel entworfen. "Am Anfang hat man immer eine Vision im Kopf, doch dann kommt die Realität", sagt sie. Ein Beispiel: Gemeinsam mit anderen Studenten wollte sie eine Schaukel entwickeln, die im Dunkeln leuchtet. Sie suchten nach passenden Materialien und fanden eine selbstleuchtende Schnur. Doch das Material war nicht stark genug, niemals hätte es einen Menschen tragen können. Sie mussten das Projekt aufgeben. "Alles andere hätte unseren zeitlichen und finanziellen Rahmen gesprengt", sagt Ivonne.

Doch die meisten Projekte gelingen: Einige Studenten gestalteten etwa das Wartezimmer eines Kundencenters neu, ein anderer entwickelte ein aufwendiges Spiel mit selbstgebauten Robotern. Meistens müssen sich die Studenten an bestimmte Vorgaben halten, aber immer bleibt genügend Spielraum für eigene Ideen.

 

Der Studiengang ist in Deutschland einzigartig – aber nur wenige wissen von ihm: Nur rund dreißig bis vierzig Bewerber gibt es jedes Jahr, fünf von ihnen werden genommen. Unbedingte Voraussetzung: ein sechsmonatiges Praktikum in einem Handwerksbetrieb. "Die Studenten müssen schon mal mit einer Bohrmaschine gearbeitet haben", sagt Karin Schmidt-Ruhland, Professorin für Spiel- und Lerndesign. Es gibt zwar auch Kurse, die sich mit den digitalen Möglichkeiten wie Computerspielen oder 3D-Animationen beschäftigen. Vieles wird aber in den Werkstätten gestaltet. Und dafür sollen die Studenten Erfahrung mitbringen. 

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