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21. November 2011  
Branchen-Check Games und Computerspiele

Vom Noob zum Pro

Ein Job in der Games-Branche – für viele klingt das nach dem absoluten Traumberuf. Doch Achtung: Spiele entwickeln ist nicht das Gleiche wie Spiele spielen. Wer jedoch wirklich für den Game-Bereich brennt, kann dort durchstarten – als Game Designer, Programmierer oder Producer. Julia Kunze
Game Design

Diese Nintendo-Mitarbeiter sind keine Noobs mehr, sondern Profis in der Games-Branche.

Überblick

 

Die Computerspiel-Branche wächst beständig: "Überall, wo Games produziert werden, gibt es auch freie Stellen", sagt Achim Quinke vom Branchen- Netzwerk gamecity:Hamburg. Allein in Hamburg sind in diesem Jahr 500 Stellen unbesetzt, und Hochschulen, die für die Games-Branche ausbilden, können sich momentan vor Anfragen von Arbeitgebern kaum retten. Viele Angebote kommen dabei aus dem Ausland, wo die großen Spielehersteller sitzen. Wer sich also vorstellen kann, auch international zu arbeiten, hat definitiv die besseren Karten. In der bisher eher männerlastigen Branche sind Frauen übrigens gern gesehen, weibliche Spielefans, die sich für Game Design interessieren, sollten also keine Angst haben, den Schritt in Richtung Ausbildung zu gehen.

 

Während sich früher ausschließlich Quereinsteiger in der Spielebranche tummelten, gibt es seit wenigen Jahren spezielle Studiengänge, in denen man sich für die Produktion, das Design oder die Programmierung ausbilden lassen kann. Seiteneinsteiger haben aber immer noch Chancen: "Viele fangen zum Beispiel als Spieletester an", weiß Quinke. In den letzten Jahren entstanden aber vor allem zahlreiche direkte Ausbildungsmöglichkeiten für Game-Designer und Programmierer an staatlichen und privaten Hochschulen. Erwähnenswert sind beispielsweise das Game-Masterprogramm an der HAW Hamburg oder die private Ausbildung an der Games Academy in Berlin. Doch auch mit einem normalen Informatik-Studium, kombiniert mit frühzeitigen Praktika in der Games-Branche, könne man erfolgreich einsteigen, so Achim Quinke.

 

Welche Bereiche gibt es?

 

Game-Programming: Spiele erfinden ist doch ganz easy und macht jede Menge Spaß... Mit solchen Vorurteilen haben vor allem Programmierstudiengänge wie der Informatik-Studiengang "Digitale Medien und Spiele" an der FH Trier zu kämpfen. "Viele kommen mit den falschen Vorstellungen", sagt Professor Christoph Lürig. "Die Abbrecherquote liegt bei rund 50 Prozent." Das Problem: In Trier geht es um das reine Programmieren. Das könne zwar auch kreativ sein, die meisten Studienanfänger stellten sich jedoch ein schillerndes Studium vor. Wichtig sei neben guten Mathekenntnissen und logischem Denken vor allem die Bereitschaft, ernsthaft zu lernen, so der Studiengangleiter. Im Studium werden zum Beispiel technische Werkzeuge für Gestalter entworfen oder das technische Rückgrat eines Spiels erstellt: Wie bringt man Charaktere dazu, dass sie sich im Spiel natürlich bewegen, laufen, springen oder zusammenstoßen, all das will programmiert werden. Studieninhalte sind also in erster Linie die Programmiersprachen wie C++ oder Flash. Da es sich um einen Studiengang in angewandter Informatik handelt, können Absolventen später auch außerhalb der Games-Branche arbeiten oder einen Master in einem anderen Spezialgebiet wie der Wirtschaftsinformatik absolvieren.

 

Game-Design: Game-Designer beschäftigen sich mit der Definition von Spielregeln, mit dem Umgebungs- und dem Figurendesign. Dabei werden zum Beispiel Zeichnungen erstellt, die als Vorlage für spätere Figuren dienen – das nennt sich Concept Art. Ein Einstieg kann ein Kunststudium, zum Beispiel "Illustration" an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg sein. Oder aber ein fachspezifischeres Studium wie "Interaction Design/Game Design" an der HTW Berlin oder "Digital Media" an der Hochschule Darmstadt. Üblich sind künstlerische Aufnahmeprüfungen und/oder eine Mappe. Auf Game-Design spezialisiert ist auch der Studiengang "Game Art & Animation" an der Games Academy in Berlin und Frankfurt/Main. Da es sich um eine private Akademie handelt, kostet das Studium dort allerdings 795 Euro pro Monat – es besteht jedoch die Möglichkeit, Schüler-Bafög zu beantragen oder sich über einen schuleigenen Bildungskredit zu finanzieren. Zukünftige Game-Designer sollten neben Phantasie und künstlerischen Fähigkeiten Spaß am Konzeptionieren haben. Eine gute Allgemeinbildung ist ebenso wichtig wie Präzision, schließlich müssen bei einem Spiel in einer historischen Umgebung die Architektur und die Kleidung stimmen.

Schlagworte:
 
GameInformatikSpiele

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