Home
05. Dezember 2011  
Als Frau Informatik studieren

"Professoren erkennen mich gleich wieder"

Nur wenige Frauen trauen sich an ein Informatik-Studium. Viele haben Angst, nicht genug Vorkenntnisse mitzubringen. Dabei ist Skepsis gar nicht nötig, findet die Informatik-Studentin Janine Haas. Hannah Koch
Informatik Frauen

Janine Haas ist eine von nur wenigen Frauen, die an der Uni Düsseldorf Informatik studieren. © EINSTIEG GmbH

Wenn Janine Haas über ihr Uni-Leben spricht, versteht das nicht jeder: Die Studentin begeistert sich für algorithmische Graphen und Rechnernetze, beschäftigt sich mit Datenstrukturen und Programmieren. Die 23-Jährige studiert Informatik – und ist damit unter ihren Kommilitonen ein richtiger Exot. Als Frau fällt sie auf in einem Studiengang mit lauter Männern. Janine, die kurz vor ihrem Bachelor-Abschluss steht, hat sich längst daran gewöhnt, dass sie bei Vorlesungen und Seminaren die einzige Frau ist. "Für mich ist das nichts besonderes mehr", sagt die Studentin, der ihr Sonderstatus auch Vorteile bringt: "Professoren erkennen mich natürlich gleich wieder, das ist ganz praktisch", meint Janine.

 

Schlusslicht bei der Frauenquote

 

An der Universität Düsseldorf ist nur jeder siebte Informatik-Student weiblich, bundesweit sieht es nicht besser aus: Bei 20 Prozent liegt der Frauenanteil in diesem Fach. Dabei geht es an deutschen Unis eigentlich ausgeglichen zu: Die Hälfte der Studienanfänger sind weiblich, die andere Hälfte männlich. Doch gerade in technischen und ingenieurwissenschaftlichen Fächern sind Frauen etwas Besonderes. Die meisten Abiturientinnen studieren lieber Geisteswissenschaften, auch Medizin und Biologie sind beliebt. Informatik gehört zu den Schlusslichtern, was die Frauenquote angeht.

Anzeige

 

Dabei gibt es dafür gar keinen Grund: "Mädels sind genauso gut in Informatik wie Jungs", sagt Janine Haas. Natürlich müssten sie Interesse für Mathematik und logisches Denken mitbringen - "aber Vorkenntnisse braucht man nicht", betont die Studentin, die zu Anfang ihres Studiums selbst an ihren Informatik-Fähigkeiten zweifelte. "Erst war mein Hauptfach Mathematik", erzählt sie. Bei Informatik war Janine skeptisch: Viele ihrer Mitstudenten konnten bereits mit Programmierwissen glänzen, während sie sich dafür kaum interessierte. "Erst als ich zufällig in einer Vorlesung war, habe ich gemerkt, dass Informatik viel mehr beinhaltet als Computerwissen", sagt Janine. Die Studentin, die mittlerweile selbst Tutorin für Nachwuchs-Informatiker ist, rät jungen Frauen, sich einfach mal ranzutrauen an das Fach. "Etwa indem sie in einen Kurs reinschnuppern oder mit Professoren und Studenten sprechen", sagt Janine. "Alles was zählt ist Spaß an Logik", findet sie. "Wer gern Knobelaufgaben macht, ist hier richtig - egal ob Mann oder Frau."

 

Schnupper-Angebote

Viele Hochschule haben Schnupper-Angebote in den so genannten MINT-Fächern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, im Programm. Infos und Termine gibt's bei der jeweiligen Studienberatung oder beim nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen.

 

Frauenstudiengänge

Schlagworte:
 
InformatikFrauenMINT
Kommentare
feedback