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19. August 2010  
Informatik für Frauen

"Kein Studium unter der Käseglocke"

Die Hochschule Bremen bietet seit zehn Jahren einen Informatik-Studiengang an, in den sich nur Frauen einschreiben dürfen. Warum – das erklärt die Studiengang-Koordinatorin Prof. Heide-Rose Vatterrott.

EINSTIEG: Frau Vatterrott, programmieren Frauen anders als Männer?

 

Vatterrott: Nein, der Grund für unseren Studiengang ist eher, dass es viel zu wenig Frauen in der Informatik gibt. Den Schwerpunkt Softwareentwicklung bieten wir an, weil wir festgestellt haben, dass Frauen sich dafür stärker interessieren als für Hardware-nahe Fragestellungen.

 

EINSTIEG: Warum existiert überhaupt dieser Frauenmangel in Informatik-Studiengängen?

 

Vatterrott: Schülerinnen der höheren Klassen orientieren sich leider immer noch sehr häufig in Richtung bestimmter Berufsgruppen, von denen gesagt wird, dass sie für Frauen besonders geeignet seien. Dabei fällt die Informatik als Studienmöglichkeit meistens schon früh raus aus der Betrachtung.

 

EINSTIEG: Haben Mädchen im Umgang mit Technik weniger Selbstbewusstsein als Jungs?

 

Vatterrott: Ja, aber das ist völlig unbegründet. Jede Schülerin hat heute ein Handy, arbeitet ganz selbstverständlich mit Computern. Aber Computer als Berufsfeld anzusehen, davor scheuen die meisten dann doch zurück. Dabei spielen sicher auch Negativerlebnisse eine Rolle, wenn sich zum Beispiel Jungs über ihre Mitschülerinnen lustig machen, wenn die am PC mal nicht mehr weiter wissen oder einen Fehler machen. Deshalb führen wir auch gezielt Projekte an Schulen durch, sprechen die Mädchen an und versuchen, diese Scheu vor der Informatik abzubauen.

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