Daniel Düsentrieb hoch zehn
Das Ingenieurwesen bietet tolle Zukunftsaussichten. Aber die Suche nach dem passenden Studiengang ist nicht ganz einfach. EINSTIEG beantwortet die wichtigsten Fragen.Daniel Schwitzer
1) Ingenieure – was machen die eigentlich genau?
Gegenfrage: Was machen die eigentlich nicht? Ingenieurarbeit steckt heute in fast allen Dingen des täglichen Lebens. Egal, ob ihr mit dem Flugzeug in den Urlaub abhebt, eine SMS auf dem Handy tippt, im Internet gegen andere User "World of Warcraft" zockt oder einfach nur zu Hause das Licht einschaltet – ohne Ingenieure wäre all dies nicht möglich. Sie sind die Entdecker unserer Zeit. Und manchmal sogar Gold wert: Die Rennläuferin Maria Riesch verdankt den Doppel-Olympiasieg in Vancouver nicht zuletzt ihren von Ingenieuren entworfenen Hightech-Ski. Dass Michael Schumacher bei seinem Formel-1-Comeback auf das Know-how der talentiertesten Motoren- und Chassis-Bauer setzt, versteht sich von selbst. Und bevor Jogi Löws Jungs im Sommer auf WM-Torejagd gehen können, braucht es in Kapstadt und Johannesburg natürlich erst einmal moderne neue Stadien – auch sie werden von Ingenieuren geplant.
Mit dem eindimensionalen Bild vom verrückten Tüftler à la Daniel Düsentrieb, der nachts im stillen Kämmerlein vor sich hin konstruiert, hat der Beruf nur noch wenig zu tun. "Ingenieure sind heute in den unterschiedlichsten Feldern unterwegs", sagt Wolfgang Gollub, Leiter der Abteilung Nachwuchssicherung beim Arbeitgeberverband Gesamtmetall. Im Labor entwickeln sie mit ihrem Know-how die Technik von morgen, während sie im Vertrieb und Marketing vor allem gut kommunizieren müssen, um ihre Arbeit an den Mann zu bringen. Im Qualitätsmanagement ist es ihre Aufgabe, bereits bestehende Produkte weiter zu verbessern. Im Umweltschutz erforschen sie den Einsatz neuer Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen. Gollub: "Kein Ingenieur-Lebenslauf ist wie der andere."
2) Und wie finde ich den Ingenieur-Studiengang, der zu mir passt?
Das ist tatsächlich nicht ganz leicht, gibt es doch an den Hochschulen eine kaum überschaubare Menge an Fachrichtungen und Spezialisierungen: Bauingenieurwesen, Elektrotechnik, Automotive System Engineering, Maschinenbau, Biotechnologie, Verfahrenstechnik und und und – ganz ohne Orientierung fällt es schwer, aus der Masse der Studiengänge den passenden herauszufiltern. Wolfgang Gollub empfiehlt deshalb dringend, die Informationsangebote der Hochschulen und Unternehmen zu nutzen. Diese böten regelmäßig Tage der offenen Tür, Experimentierkurse, Sommerakademien und andere Veranstaltungen an. Einen Überblick über die Events und Termine erhalten Jugendliche zum Beispiel auf der Internet-Plattform der Gesamtmetall-Initiative THINK ING.
- Einstieg in die Auto-Branche: "Reine Tüftler haben es schwer"
- Ingenieure ohne Grenzen: Wissen für die Welt
- Jobs beim Radio: Wissen gehört zum guten Ton
- Branchen-Check Metall- und Elektroindustrie: Deutschlands größte Lehrwerkstatt
- Branchen-Check Glas: Glasklare Zukunft

