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17. Februar 2011  
Berufswelt Sozialarbeit

Stärke zeigen und Schwächeren helfen

Suchtberatung, Bewährungshilfe oder die Betreuung Arbeitsloser – Sozialarbeiter haben ein breites Aufgabenfeld. Ihr Job ist abwechslungsreich, sie brauchen aber auch starke Nerven.
Soziale Arbeit

Für andere da sein und helfen. Probleme zu lösen - Alltag in der sozialen Arbeit. ©Schnuffel1964@pixelio.de

Eigentlich hatte Dirk Dengler das Mädchen auf der Straße nur kurz fragen wollen, wie es ihr denn so gehe. Umso härter traf ihn die Antwort. "Nicht gut", sagte sie. Nächsten Montag müsse sie raus aus der Wohnung ihrer Mutter. "Ich weiß nicht, wie es dann weitergehen soll." Dirk Dengler (40) ging mit dem Mädchen nach Hause. "Die Wohnung war leer", erzählt er. "Nur in einer Ecke lag noch eine Matratze mit einer Decke und davor ein Fernseher auf einem Hocker." Die Mutter, eine Alkoholikerin, war mit ihrem Freund weggegangen, hatte die Wohnung gekündigt und ihre Tochter einfach zurück gelassen, mit gerade mal 15 Jahren. Solche Szenen erlebt Dirk Dengler als Streetworker in Ludwigshafen glücklicherweise selten, aber sie gehören dazu. "Ich bin für die Jugendlichen eine Vertrauensperson", sagt er. "Sie kommen zu mir, wenn sie Schwierigkeiten haben." Das Mädchen, das ohne den Streetworker wohl obdachlos geworden wäre, brachte er in einer betreuten Wohngemeinschaft unter.

Helfen kann man lernen

Für andere da sein, wenn sie Probleme haben, und ihnen dabei helfen, sie zu lösen. Das ist der Alltag von Sozialarbeitern. Sie werden überall dort eingesetzt, wo Menschen Unterstützung brauchen, angefangen bei der Kinder- und Jugendarbeit, über die Behindertenfürsorge bis hin zur Suchtberatung. Der ideale Einstieg in diesen Beruf ist ein Studium der Sozialpädagogik oder Sozialarbeit, etwa als praxisorientierter Bachelor-Studiengang an einer Fachhochschule. Wer nicht studieren möchte, kann sich auch für eine Ausbildung entscheiden: Entweder zum Erzieher, der später in Kinder- und Jugendeinrichtungen arbeitet oder zum Sozialhelfer, der Menschen in Altersheimen, Behinderteneinrichtungen sowie in Privathaushalten betreut. Dabei kann solch eine Ausbildung durchaus ein Einstieg sein. Nach einer Weiterbildung zur Fachkraft für Sozialarbeit beispielsweise kann man in Beratungsstellen, etwa für Obdachlose oder Drogenabhängige, arbeiten.

  1. Teil: Mit Streetworker Dirk auf Tour
  2. Teil: Bewährungshilfe ist nichts für Anfänger
  3. Teil: Was muss ein guter Sozialarbeiter mitbringen?
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Sozialarbeitsoziale ArbeitSozialwissenschaften

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