I'm Karl-Heinz. How are you?
"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben", sagt ein alter Spruch und meint damit sicher auch das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen und Umgangsformen. Wer Fettnäpfchen umgehen will, sollte sich darauf vorbereiten.Stefan Moskopp
Höfliche Engländer
Hilfsbereit sind sie ja, die Engländer – und das nicht nur beim Elfmeterschießen. Wer jemals in London war, weiß, dass er sie um jede noch so umfangreiche Wegbeschreibung bitten darf und trotzdem keine genervten Gesichter erntet. Und höflich sind sie auch: In die Straßenbahn wird erst dann eingestiegen, wenn der letzte "Aussteiger" draußen ist – hierzulande undenkbar. Noch undenkbarer: In England merkt man sich genau, wer bereits vor einem auf Bus oder Bahn gewartet hat und lässt entsprechend den Vortritt. Also, doppelt aufgepasst beim Einsteigen in Bus oder Bahn! Zur Begrüßung gibt man sich in Großbritannien nicht zwingend die Hand, ein "How are you?" gehört aber immer dazu. Außerdem spricht man Menschen, die man noch nicht so gut kennt, konsequent mit "Mister", "Miss" oder "Misses" und dem Nachnamen an.
Ganz wichtig, insbesondere für den Pub-Besuch: Die Zahl Zwei sollte man niemals signalisieren, indem man Zeige- und Mittelfinger ausstreckt. Geschieht dies mit der Handfläche nach außen, handelt es sich um das Victory-Zeichen und man wird im besten Fall verständnislos belächelt. Zeigt die Handfläche zu einem selbst, könnte es ganz schnell Ärger geben, denn dies gilt als obszöne Geste wie bei uns der ausgestreckte Mittelfinger. Und noch eins für den täglichen Gebrauch: So englisch er auch klingen mag, der Begriff Handy stammt aus Deutschland. In Großbritannien weiß kaum jemand, was damit gemeint ist. Die korrekte englische Bezeichnung lautet "mobile phone" oder auch kurz "mobile".
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