Dein Ticket ins Ausland
Wer in Amerika, Großbritannien, Australien oder Kanada studieren will, muss vorher nachweisen, dass er gut Englisch spricht. Auch immer mehr deutsche Hochschulen fordern von ihren Bewerbern die Teilnahme an Sprachtests wie IELTS oder TOEFL.Daniel Schwitzer

Wer im englischsprachigen Ausland studieren möchte, muss zunächst in Sprachtests wie IELTS oder TOEFL seine Englischkenntnisse unter Beweis stellen. © Visual Concepts / fotolia.com
Ohne englische Sprachkenntnisse geht heute fast nichts mehr im Studium. Das gilt vor allem für diejenigen, die planen, irgendwann ein Semester oder ein ganzes Studienjahr im Ausland einzulegen. Doch nicht nur für sie. Denn selbst an deutschen Hochschulen werden inzwischen viele Studiengänge (vor allem Master-Programme) auf Englisch unterrichtet. In anderen Fächern ist ein Großteil der wissenschaftlichen Literatur auf Englisch verfasst. Verständlich, dass auch immer mehr deutsche Unis und FHs wissen wollen, ob ihre Bewerber die Sprache tatsächlich beherrschen. Die Note auf dem Abiturzeugnis genügt dabei als Nachweis nur noch selten. Stattdessen verlangen sie die Teilnahme an speziellen Sprachtests.
Schulenglisch reicht nicht aus
Die beiden bekanntesten Sprachtests, die man überall auf der Welt absolvieren kann, sind IELTS (International English Language Testing System) und TOEFL (Test of English as a Foreign Language). Durch sie muss fast jeder, der in einem englischsprachigen Land studieren oder arbeiten will. Anders als bei der Führerscheinprüfung kann man nicht durchfallen. Die Tests geben lediglich Auskunft über den aktuellen Leistungsstand des Kandidaten. Beim IELTS etwa, einer britisch-australischen Koproduktion, sind 9 Punkte das beste Ergebnis. Wer sie schafft, darf sich guten Gewissens "expert user" nennen und muss sich in punkto Sprachvoraussetzungen keine Sorgen mehr um die Zulassung an seiner Wunsch-Hochschule machen.
"Welche Punktzahl man braucht, variiert von Uni zu Uni und von Studiengang zu Studiengang. Oft wird ein Wert zwischen 5,5 und 7,5 gefordert", erklärt Martin Spieß vom Kulturinstitut Bristish Council, das den IELTS in Deutschland durchführt. Die genaue Vorgabe lasse sich auf den Internetseiten der Hochschule recherchieren. Neun Jahre Schulenglisch, vielleicht sogar im Leistungskurs, sind derweil nicht unbedingt eine Garantie dafür, dass man auch bei den stark standardisierten Einstufungstests gut abschneidet. "Nach dem Abitur haben die Teilnehmer zwar ganz gute Grammatikkenntnisse und können Shakespeare interpretieren, aber freies Sprechen fällt ihnen manchmal noch schwer", berichtet Anna Fleiter vom Institut für Internationale Kommunikation (IIK) in Düsseldorf, einem der größten Testcenter für den TOEFL in Deutschland. Hinzu komme die ungewohnte Testsituation, sodass das benötigte Ergebnis nicht selten verpasst werde. Beim TOEFL, der seinen Ursprung in den USA hat, kann man insgesamt 120 Punkte erreichen. Deutschen Hochschulen genügt dabei meist ein Wert zwischen 80 und 90, während für die Zulassung an ausländischen Unis auch schon mal 100 und mehr Punkte auf dem Zertifikat stehen müssen.
Mensch vs. Maschine
Der Aufbau von TOEFL und IELTS ist grundsätzlich gleich. Beide Tests bestehen aus vier separaten Teilen, die nacheinander geprüft werden: Im Modul "listening" hören die Teilnehmer Ausschnitte aus Uni-Vorlesungen und Dialogen und müssen dazu unter Zeitdruck Fragen beantworten, die meisten im Multiple-Choice-Verfahren. Fieser Nebenaspekt: Die Sprecher verwenden unterschiedliche Akzente, die das Verstehen erschweren. Im zweiten Teil, "reading", erhalten die Kandidaten mehrere Textpassagen und wiederum einen Fragebogen. Das "writing"-Modul ist vielleicht das anspruchsvollste, da die Prüflinge hier ihre eigene Meinung darstellen und begründen sollen. Aufgabe ist es, zwei kurze Essays zu vorgegebenen Themen zu schreiben, zum Beispiel darüber, wie sie zu Studiengebühren stehen. Im Modul "speaking" schließlich unterscheiden sich die Tests im Ablauf am deutlichsten: Während man beim IELTS in einem persönlichen Gespräch mit einem Prüfer Stellung zu einem allgemeinen Thema nimmt und darüber diskutiert, sitzt man beim TOEFL vor einem Computerbildschirm und spricht in ein Headset. Bewertet werden bei diesem Testteil neben den Argumenten auch Wortschatz, Grammatik, Aussprache und Redefluss.
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