Tiefe Gräben, hohe Wellen
Austauschschüler Tom erlebt während seines Aufenthalts in Costa Rica filmreife Abenteuer: Wähnt er sich in der Silvesternacht noch in einem der chaotischen "Hangover"-Filme, geht es danach beim Ausflug nach Nicaragua mit dem Surfbrett auf buchstäblich hohe See.

Austauschschüler Tom nutzt sein High School Jahr in Costa Rica zum ausgiebigen Wellenreiten. © bagaluttt / photocase.de
Das neue Jahr hat schon mal gut begonnen! Die ersten Tage habe ich mit den Freunden etwas unternommen, dann bin ich für vier Tage mit den anderen Austauschschülern nach Nicaragua gereist und auf eine Art Kirmes gegangen. Am Montag geht es dann auch schon für zwei Wochen an die Pazifikküste.
Aber fangen wir vorne an: Silvester war sehr lustig! Wir haben zuerst mit meiner Gastfamilie ins neue Jahr reingefeiert. Anschließend, nachdem alle Feuerwerke erloschen waren, bin ich mit Alejandro zu seinen Freunden gefahren. Gegen 4:30 Uhr haben wir uns dann ins Auto gesetzt, um den Sonnenaufgang von den Bergen aus zu sehen und so das neue Jahr einzuläuten. Fast angekommen, mussten wir aussteigen, um eine Kuhherde von der Straße zu scheuchen, wobei der beste Freund von meinem Gastbruder in den Straßengraben stolperte und nicht mehr alleine rauskam - das war natürlich köstlich für uns andere. Da standen wir also gegen 5 Uhr morgens auf irgendeiner Landstraße und haben versucht, diesen Kerl aus dem Graben zuziehen, da er sich angeblich nicht selbst raushelfen konnte, weil ihm seine Schulter zu sehr weh tat. So mussten wir wieder zu dem Haus des Freundes meines Gastbruders zurückfahren, mit dem stinkenden und triefenden Kerl im Kofferraum, und haben uns dann vor der Haustür den Sonnenaufgang angeschaut, wobei ich mir vorher noch den Finger in der Autotür eingequetscht habe. Es war ein ähnlich chaotischer Abend wie in den Hangover-Filmen - ging also schon mal super los mit meinem Jahr!
Ein paar Tage später ging es dann nach Nicaragua, und das war bis jetzt der beste Ausflug für mich. Los ging es Sonntag morgens um 6 Uhr in San José beim Einchecken am Busterminal, anschließend fuhren wir mit dem Bus zur Grenze. Die Fahrt war echt angenehm - wir konnten im Bus Musik hören und Filme schauen, dazu gab es geilen Blaubeerjoghurt, den wir uns vorher besorgt hatten. Beim Hotel angekommen, sind wir eingecheckt und waren dann abends noch schön am Strand Essen. Am nächsten Tag ging es an einen Strand im Norden. Da war's echt krass! Aus dem Pick-up sahen die Wellen erst einmal recht harmlos aus. Am Strand konnten wir dann aber feststellen, dass wir uns getäuscht hatten: Die Wellen waren vier Meter hoch - also perfekt! Im Wasser lief's auch echt gut: Ich habe mich zwar ein paar Mal am Board gestoßen, aber das gehört einfach dazu, bei solchen Wellen und so einem Anfänger wie mir.
Freitag war ich dann mit einem Freund aus meiner Klasse in Palmares, einer Art Kirmes. Eigentlich handelt es sich dabei um eine Pferdeparade, aber es gab auch Karusselle, eine Achterbahn, andere Attraktionen und Imbissbuden. Dort waren wir mit meinen Gasteltern auf einer Art Tribüne, die von irgendeiner Firma gebucht war. Dort gab es gratis Essen und Trinken und noch dazu hübsche Mädchen, war also auch super.
Am nächsten Montag geht es jetzt für mich zu einem Freiwilligenprojekt mit ein paar deutschen Freunden, da werden wir Schildkröteneier ausbuddeln und so weiter. Vielleicht kaufe ich mir morgen ein Surfboard - das wäre echt der Hammer! Ein Freund hat sich heute eines gekauft, dass er gebraucht mit allem drum und dran für 160 Dollar bekommen hat. Das ist echt billig, wenn man sich mal bewusst macht, dass ein neues Shortboard ungefähr 400 Euro kostet.
Bei mir ist also alles bestens, und die nächsten Tage und Wochen, die vor mir liegen, sollten auch nicht übel werden.
Bis dann!
Tom
- Teil 6: Neujahrsgrüße aus dem Paradies: Gute Vorsätze
- Teil 5: Vorfreude auf die Ferien in Costa Rica: Gestrandet
- Thomas Terbeck: "Handbuch Fernweh": Ich bin dann mal weg...
- Teil 4: Ausflug von Costa Rica nach Panama: Schnorcheln und Paintball
- Teil 3: Costa Rica kennen lernen: Vom Strand bis zum Vulkan

