Hitzeschock im Land des Lächelns
Tuk-Tuks, Budhismus und eine Gelassenheit, von der man in Deutschland nur träumen kann. Annaliisa (17) aus Kiel verbringt die Oberstufe an der Internationalen Schule von Chiang Mai in Thailand. Auf EINSTIEG Online berichtet sie von ihre Erfahrungen.
Bevor es losging, war ich ganz schön aufgeregt. Erst konnte ich es kaum erwarten: ein Auslandsaufenthalt im fernen Thailand – und das ganz allein! Eine Woche vor Abflug kamen dann aber schubweise die ersten Panikattacken, und mein Mut und mein Selbstvertrauen machten erst mal Urlaub. Erst da realisierte ich, dass ich tatsächlich für ein komplettes Jahr in Thailand zur Schule gehen würde. Dass daraus letztlich sogar zwei werden sollten, ahnte ich damals noch nicht. Die Nacht vor dem Abflug war am schlimmsten. Ich konnte kaum schlafen vor Aufregung, und der Abschied von meinen Freunden machte es nicht gerade leichter.
Freundliche Menschen, atemberaubende Natur
Als ich am nächsten Tag nach einem 11-Stunden-Flug aus der Maschine stieg, überkam mich erst mal ein Hitzeschock. Christopher, der für die Aufnahme neuer Schüler zuständig ist und mich am Flughafen abholte, war sichtlich amüsiert über meine Wetterauffassung und bemerkte nebenbei: „Zurzeit ist das Wetter noch angenehm, warte erst mal bis April.“ Wie jetzt?! Letztlich wurde ich jedoch so herzlich empfangen und war so beschäftigt mit all den neuen Eindrücken, dass ich meine Aufregung und die Hitze schnell vergaß. Die Menschen hier sind alle sehr zuvorkommend und gastfreundlich. Man wird einfach mit guter Laune angesteckt. Thailand wird nicht umsonst das Land des Lächelns genannt.
Es stellte sich heraus, dass ich eine Wohnung mit drei anderen neuen Schülerinnen teilen würde. Bevor ich die Mädchen kennen lernen sollte, schossen mir tausend Fragen durch den Kopf: Wer sind meine Mitbewohnerinnen? Wo kommen sie her? Werden wir uns verstehen? Wie wird das Internatleben sein und die internationale Schule? Doch bevor ich mich selbst verrückt machen konnte, traf ich schon auf den Rest meiner WG. Wir bombardierten uns gegenseitig mit Fragen, und ich merkte schnell, dass ich nicht alleine dastand mit meinen Ängsten. Das beruhigte mich irgendwie. Wir teilten unsere Ungewissheit und Neugierde. Wir steckten alle im selben Boot!
- Teil: Freundliche Menschen, atemberaubende Natur- Thailand
- Teil: Elefanten baden im Nature-Camp
- Teil: Annaliisa hängt noch ein Jahr dran
- Finanzierung eines Auslandsstudiums: Wie zahl' ich das bloß?
- Ein Klassenzimmer unter Segeln: Meer erfahren, mehr lernen
- Beruf Nothelfer: Anpacken in der Krise
- Hochschulwahl: Probieren kommt vor dem Studieren
- Exzellenzinitiative - Spitzenunis im Vergleich: Vorbild Harvard?


