feedback
Home
25. Februar 2011  
Schulische Ausbildung

Von der Schule in die Schule

Manche Berufe können nicht im dualen System (Betrieb plus Berufsschule), sondern ausschließlich in schulischer Form erlernt werden. Diese Ausbildungen finden meist an Fachschulen oder Berufsfachschulen statt.

Fachschulen und Berufsfachschulen

Es gibt öffentliche und private Fach- und Berufsfachschulen. Auszubildende, die dort lernen, müssen in der Regel ein Schulgeld zahlen, das an privaten Schulen wesentlich höher sein kann als an öffentlichen. Schulische Ausbildungsgänge dauern je nach Beruf zwischen einem und dreieinhalb Jahren und enden mit einer Prüfung. Fast immer sind Praktika Bestandteil der Ausbildung. Oder im Anschluss muss ein Anerkennungsjahr geleistet werden. Voraussetzung für die Aufnahme an einer Fach- oder Berufsfachschule ist häufig die Mittlere Reife und ein Mindestalter zwischen 16 und 18 Jahren.

 

Branchen mit schulischen Ausbildungen

In einigen Branchen sind schulische Ausbildungsgänge die Regel, in anderen werden sie immer zahlreicher.

  • Gesundheitswesen: z. B. Altenpfleger, Krankenpfleger, Logopäde, Ergotherapeut, Physiotherapeut, Heilerziehungspfleger
  • Sozialwesen: z. B. Sozialassistent, Erzieher, Assistent Gesundheits- und Sozialwesen
  • Gestaltung: z. B. Mediendesigner, Kommunikationsdesigner, Modedesigner, Textildesigner, Fotodesigner, Gestaltungstechnischer Assistent
  • Technik: z. B. Informatik-Assistent, Medizinisch-technischer Assistent, Biologisch-technischer Assistent, Chemisch-technischer Assistent
  • Fremdsprachen: z. B. Dolmetscher, Fremdsprachenkorrespondent

Es gibt auch Berufe, die man sowohl mit einer betrieblichen als auch mit einer schulischen Ausbildung erlernen kann. Achtung: Schulische Ausbildungen sind meist durch die Bundesländer geregelt. So kann ein- und dieselbe Ausbildung je nach Bundesland unterschiedlich ausgestaltet sein.

 

Ausbildungsfinanzierung

Jeder Auszubildende an Fach- oder Berufsfachschulen hat die Möglichkeit, Bafög zu beantragen. Auskünfte erteilen die Ämter für Ausbildungsförderung bei den Stadt- und Kreisverwaltungen. Infos gibt’s auch online auf www.das-neue-bafoeg.de.

 

Akademisierung der Gesundheitsberufe

Seit einiger Zeit werden nichtärztliche Medizinberufe wie Logopäde, Physiotherapeut, Hebamme oder Ergotherapeut, die man zuvor nur an speziellen Fachschulen erlernen konnte, auch an einigen Universitäten und Fachhochschulen unterrichtet. Das Ziel ist, die Ausbildung in diesen Berufen international wettbewerbsfähig zu machen. In den meisten anderen Ländern ist etwa der Logopäde seit jeher ein akademischer Beruf. Viele junge Deutsche sind deshalb in den vergangenen Jahren zum Studium nach Holland gegangen und besaßen später auf dem deutschen Arbeitsmarkt einen Vorteil gegenüber ihren Kollegen, die „nur“ eine schulische Ausbildung absolviert hatten.

Schlagworte:
 
BerufsfachschuleBerufsausbildungFachschule

Mehr zum Thema